Liebe Einsteiner,


Ich bin Anika und habe 2016 mein Abitur an unserem Gymnasium gemacht. Während meiner Schulzeit habe ich, ebenso wie ihr, viel lernen müssen (oder dürfen 😊), viele Tests geschrieben und einiges erlebt.

Eine der schönsten Erfahrungen, die ich während meiner Einstein-Zeit machen durfte, war der Schüleraustausch 2012/2013 mit der tschechischen Partnerschule Gymnázium Františka Martina Pelcla in Rychnov nad Kněžnou. Ich möchte euch etwas darüber berichten, da ich diesen Austausch nur weiterempfehlen kann!

Als ich das erste Mal von der Möglichkeit des Austausches hörte, war ich sehr skeptisch, da mir jegliche Kenntnisse der tschechischen Sprache fehlten und ich mich deshalb fragte, was der Sinn des Austausches sein sollte. Dennoch war mein Interesse geweckt und ich meldete mich mit der Erlaubnis meiner Eltern an. Nachdem ich einen Steckbrief über mich erstellt hatte, wurde mir mithilfe der deutschen und tschechischen Lehrer des Austausches eine „passende“ Austauschschülerin zur Seite gestellt. Dabei konnte ich angeben, ob ich lieber eine Austauschschülerin oder einen Austauschschüler haben wollte. Nach anfänglichem E-Mailkontakt stellte sich heraus, dass es überhaupt kein Problem darstellte, dass ich kein Tschechisch konnte. Wir verständigten uns auf Deutsch, da die tschechischen Schüler dies als Fremdsprache lernten. Bei kleineren sprachlichen Problemen half uns die englische Sprache weiter.

Als wir gemeinsam mit Frau Schacke und Herrn Redlingshöfer im Reisebus nach Tschechien gefahren wurden, waren wir alle sehr aufgeregt. Wir hatten extra unsere Englischlehrbücher und einige von uns sogar tschechische Übersetzer mit. Unsere Austauschschüler*innen empfingen uns nach der doch recht langen Fahrt in Rychnov in der Schule.

Ich war sehr nervös, wurde aber von der Familie sehr freundlich empfangen. Obwohl ich kein Tschechisch konnte, halfen mir meine Fremdsprachenkenntnisse in Russisch weiter, denn so war ich in der Lage, einiges zu verstehen, worüber sich die Familie unterhielt. Ansonsten dolmetschte meine Austauschschülerin, Krystina, für mich und ihre Familie, was immer super klappte. Über meine Gastgeschenke freuten sich alle. Ich hatte typische Naschereien aus Deutschland/Magdeburg und andere kleine Souvenirs mitgebracht. Während meines Aufenthalts in der Familie lernte ich viele tschechische Speisen kennen, denn Krystinas Mutti kochte jeden Abend eine große Menge für uns- und es schmeckte fantastisch!

Krystina wohnte ca. 20 Minuten von der Stadt in einem kleinen Dorf entfernt, sodass wir morgens immer recht früh aufstehen mussten, damit wir pünktlich zu unseren Treffpunkten kamen.

Während der Woche, in der wir in Tschechien waren, erlebten wir eine Menge. An den ersten Tagen lernten wir die Austauschschule, - Lehrer, und – Schüler*innen näher kennen. Mithilfe von Spielen und Übungen ging das sehr leicht. Wir durften auch mit in den Unterricht und konnten so erleben, wie eine Deutschstunde als Fremdsprache aussieht. Außerdem nahmen wir an einer Stadtrallye durch Rychnov teil, bowlten abends in einem „Bowlinggeschäft“ mit genau 2 Bowlingbahnen und sangen gemeinsam deutsche, tschechische und englische Lieder. Wir lernten durch den Austausch viele tschechische Vokabeln und wuchsen als Gruppe eng zusammen. Jeder war ein Teil dieser großen multikulturellen Gruppe und auch bei jenen, die des Deutschen nicht so mächtig waren, halfen wir weiter, indem wir einfach englisch redeten, sodass auch wir die Möglichkeit erhielten, unsere Sprachkenntnisse zu verbessern.

An einem Tag machten wir einen Ausflug nach Prag- dies war in meinen Augen der schönste Tag. Prag ist eine fantastische Stadt mit wunderschönen Gebäuden und Denkmälern. Neben der Sightseeingtour hatten wir an diesem Tag auch die Möglichkeit, mit unseren Austauschschüler*innen zu shoppen, was uns alle begeisterte. Das Wechseln des Geldes stellte für uns kein Problem dar, da es überall Möglichkeiten gab, um Geld zu tauschen.

Als die Woche dem Ende zu ging, waren wir alle sehr müde, voller neuer Erfahrungen und satt gegessen- kurz um, es war eine tolle Reise und wir freuten uns schon auf das Wiedersehen unserer Austauschschüler in Magdeburg.

Diese kamen etwa ein halbes Jahr später mit dem Zug an. Nun war es an uns, gute Gastgeber zu sein. Auch unsere Austauschschüler durften am Unterricht teilnehmen, wir feierten mit Ihnen zudem eine Willkommensparty und besuchten viele Sehenswürdigkeiten in Magdeburg. Außerdem fuhren wir nach Berlin und sahen uns unter anderem gemeinsam den Bundestag an. Für uns war es ein kleines, gelungenes Mammutprojekt, unsere Austauschschüler mit unseren Ideen zu begeistern und neue Dinge zu zeigen, denn unsere Nachmittagsbeschäftigungen außerhalb des Rahmenprogramms führten wir meist in Eigenregie durch. Der Abschied war für die meisten von uns sehr tränenreich und einige von uns fuhren noch nach dem Austausch in den Urlaub nach Tschechien, um die neuen Freunde wiedersehen zu können.

Trotz des relativ großen Altersunterschiedes von ca. 4 Jahren, verstanden wir uns alle super und die älteren Austauschschüler nahmen auf uns jüngere Rücksicht.

Insgesamt war es ein multikultureller und sehr schöner Austausch, den ich euch nur weiterempfehlen kann. Ihr werdet viele nette Leute kennen lernen und dabei eine neue Sprache in Ansätzen lernen. Durch die gemeinsamen Aktivitäten wachst ihr als Gruppe zusammen und damit meine ich nicht nur ihr als Austauschschüler, sondern auch alle aus dem Einstein, die mit euch den Austausch meistern. Ihr bekommt von euren Lehrern viel Unterstützung- sicherlich müsst ihr den versäumten Stoff selbst nachholen, aber unsere Lehrer hatten mit uns viel Geduld und haben uns einige Sachen auch noch einmal nachträglich erklärt. Für euch wird der Austausch sehr lehrreich, aber in aller erster Linie wird er euch viel Freude bereiten. Die Kosten, die ihr dafür aufbringen müsst, sind auf den ersten Blick sicherlich nicht wenig, aber im Vergleich zu anderen Austauschen und verglichen damit, was ihr für tolle Erfahrungen sammelt und alles erleben dürft, ist es echt ein super Preis und ich denke, er ist es wert, gezahlt zu werden.

Aus diesen Gründen und weil es keinen gab, der den Austausch nicht gut fand, kann ich euch nur empfehlen, euch für dafür anzumelden. Nach der Schule werdet ihr nicht die Möglichkeit haben, einen Austausch dieser Art zu machen, also nutzt eure Chance. Ich hoffe für alle Schüler*innen und Lehrer, dass es noch viele Austausche gibt!


Ich wünsche euch viel Spaß dabei😊

Beste Grüße und alles Gute,


Anika

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